Umwelteinfluesse ruecken in den Mittelpunkt, sobald Nachwuchs ins Haus steht. Gerade bezueglich der Themen Luft und Wasser besteht grosse Unsicherheit. Hier ein paar Insider-Infos von meinen Freunden Anna und Mark von der Firma Wessling, die zusaetzlich zu tollen Eltern auch Experten zum Thema Innenraumluft sind (mehr Infos ueber ihr Healthy Home Program hier als PDF):
Stellt die Innenraumluft ein Risiko für meine Familie dar?
Dies ist abhängig von dem Zustand der Wohnung aber generell können sich Schadstoffe in Baumaterialien, Möbeln, Teppiche, Textilien, Haushaltsreinigern und vielem mehr verstecken. Besonders nach einer Renovierung oder Anschaffung neuer Möbelstücke können Beschwerden auftreten, die sich durch Hautausschlag, Übelkeit, Kopfschmerzen, Allergien etc bemerkbar machen. Stoffe wie Toluol, Benzol und Formaldehyd sind häufig die Ursache von diesen Beschwerden. In der EU ist die Verwendung der Bestandteile wie Toluol und Benzol in Klebstoffen und Farben verboten, jedoch sind diese Stoffe in China häufig im Einsatz. Bei Formaldehyd wird der von der WHO empfohlene Grenzwert in Innenräumen häufig überschritten. Langfristig sind diese karzinogen. Gerade Kinder die sich viel in Innenräumen aufhalten, sind einer etwas doppelt so hohen inhalativen Dosis von Luftschadstoffen ausgesetzt wie Erwachsene, da bei ihnen das Verhältnis von Atemminutenvolumen zu Körpergewicht entsprechend höher liegt. Daher solltest Du wenn Du Geruchsauffälligkeiten feststellt, versuchen die Quelle ausfindig zu machen und diese restlos und fachmännisch zu entsorgen.
Wenn Du keine Auffälligkeiten oder Beschwerden zu Hause hast, trotzdem Nummer sicher gehen willst, kannst Du durch Experten eine Raumluftmessungen durchführen lassen, um Gewissheit zu bekommen. Es gibt unterschiedliche Parameter auf die die Luft oder auch Materialien untersucht werden können: Formaldehyde, TVOC (Toluol enthalten), SVOC (über 170 verschiedene Stoffe), Benzol, Asbest, sowie z.B. die Klimaanlagen auf Hygiene oder Staubmilben und Schimmel.
Wichtig ist jedenfalls, dass zu Hause einen regelmäßiger Luftaustausch stattfindet. Am besten ist es alle 2-4 Stunden 10 minütiges Stoß Lüften. Gerade für kleine Kinder ist Sauerstoff besonders wichtig, aber auch Erwachsene. Nach dem Lüften solltest Du den Raumluftreiniger für 2 Stunden auf höchster Stufe laufen lassen, dass reicht bis zum nächsten Stoß Lüften aus.
Es kann auch vorkommen, dass Du erst im Sommer Geruchsbeschwerden in einem Raum entwickelst, das liegt an der hohen Luftfeuchte und den hohen Temperaturen in Shanghai, denn Schadstoffe entgasen bei Feuchtigkeit und Wärme vermehrt aus. Daher im Sommer unbedingt noch regelmäßiger Lüften und mindestens 1 mal im Monat die Klimaanlagen reinigen.
Hausstaubmilben entwickeln sich hervorragend unter Feuchtigkeitsbedingungen ab 60-70% und dies führt zu Belastungen besonders von Allergikern. Dabei ist nicht die Milbe an sich allergieauslösend, sondern ihr Kot der sich mit Staub und Pilzen vermischt. Am besten bringt Ihr euch die Matratzen- und Bett- Schutzbezüge für Allergiker aus Deutschland mit, denn in China werden die Bettdecken traditionell bei Sonne rausgehängt, da Milben lichtempfindlich sind.
... und noch ein paar Empfehlungen von mir:
Brauche ich einen Luftfilter?
Generell ist die Luft in Shanghai durch die Lage am Meer deutlich besser als in anderen asiatischen Grossstaedten. Trotzdem steht auch hier an vielen Tagen die Luft, und die Messwerte* liegen jenseits der 200. Gerade der Winter ist besonders schadstoffreich. Bei kurzfristiger Belastung ist das kein grosses Problem, da Innenluft nur nach und nach ausgetauscht wird. Da es aber auch mal zu laengeren Schlechtluftperioden kommen kann, entscheiden sich die meisten Familien mit Saeuglingen und / oder Vorbelastung anderer Familienmitglieder zumindest fuer einen Filter im Schlafzimmer. Die Villencompounds ausserhalb der Stadt sind meist nicht weniger belastet als die Innenstadt, da sie naeher an Industriegebieten liegen.
Nachdem ich selbst die Filter meines Luftfilters zum ersten Mal nach sechs Monaten gewechselt hatte, konnte ich feststellen, dass sich darin in der kurzen Zeit ueber 1,5kg Staub angesammelt hatten. Da bin ich ganz froh, dass das nicht in unseren Lungen gelandet ist. Viele kleine Kinder leiden in Shanghai an ungewoehnlich langwierigen Atemwegserkrankungen.
Empfehlenswert sind sogenannte HEPA-Filter. Sie filtern auch kleinste Partikel aus der Luft und sind je nach Modell ziemlich geräuscharm. Beim Einkauf sollte man besonders darauf achten, fuer wie viele Quadratmeter Flaeche ein Geraet konzipiert wurde, und was die Austauschfilter kosten. Auch in den Kleinanzeigen finden sich haeufig Luftfilter. Die Preise liegen zwischen 3000 und 8000 RMB, in Zeiten sehr schlechter Luft bis zu 14.000 RMB. Die gaengisten Marken sind IQAir, BlueAir, Air-O-Swiss und AlenAir. Rein theoretisch reicht es völlig aus, so viel Innenluft wie möglich durch einen HEPA-Austauschfilter zu jagen. Wenn ihr nicht so viel Geld ausgeben wollt oder könnt, ist daher vielleicht die Idee von Smart Air Filters eine gute und günstige Alternative!
Falls ihr die Geräte online kauft, werden euch große Preisdifferenzen auffallen. Der Teufel steckt im Detail! Die besonders günstigen Maschinen sind meist entweder Direktimporte (d.h. wochenlange Lieferzeit), vom US-Markt (d.h. ihr braucht zusätzliche Voltage-Adapter) oder Kopien. Auch bei den Filtern selbst gibt es oft mehrere Varianten (z.B. Zigarettenrauchfilter und Smogfilter).
Übrigens lohnt es sich auf jeden Fall zu fragen, ob die Kita / Schule der Kinder auch HEPA-Filter einsetzt bzw was deren Smog-Policy ist!
Sollte ich bei schlechter Luft aus dem Haus gehen, wenn ich schwanger oder mit Baby unterwegs bin?
Die meisten internationalen Kindergaerten und Schulen lassen die Kinder bei Werten jenseits der 150 nicht mehr raus. Spaetestens bei 200 sollte man den Aufenthalt an der "frischen" Luft deutlich begrenzen.
(*Kleiner Exkurs zu den Messwerten: Hier werden oft zwei Zahlen durcheinander geworfen. Die Werte der US-Botschaft sowie der Stadt Shanghai sind AQI-Werte, die nicht ausschließlich die Konzentration von PM2.5-Partikeln widergeben. Diese Konzentration (in Mikrogramm pro Kubikmeter) wird meist als zweiter Wert darunter angegeben. Ein AQI von 75 bspw. entspricht einer PM2.5-Konzentration von 24.0 µg/m³ und liegt damit bereits über dem von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen langfristigen Wert von 20.0 µg/m³. China selbst definiert Werte von über 75.0 µg/m³ als langfristig schädlich.)
Brauchen ich oder meine Kinder eine Maske?
Wenn wie im Winter mehrere Wochen am Stück dicke Luft ist, lässt sich irgendwann der ein oder andere Weg nicht mehr vermeiden. Generell sollte hierbei natürlich jegliche sportliche Betätigung vermieden werden. Wem jedoch auch der Weg zur Schule / Kita zu riskant ist, oder wessen Kinder bereits Atemwegserkrankungen haben, für den ist eine Maske durchaus empfehlenswert. Die gängigen Modelle filtern zwischen 95% und 99% der PM2.5-Partikel. Es gibt sie einmal als Wegwerfmodelle (von den simplen Krankenhausmasken bis zu den teureren 3M-Modellen), einmal als Stoffmasken, in die austauschbare Filter eingelegt werden (in jeder Apotheke erhältlich), und einmal als waschbare Mikrofasermasken (z.B. Vogmask). Letztere sind sehr teuer (bis zu 250 RMB), halten aber auch ein halbes Jahr und sitzen vergleichsweise gut. Einige Masken gibt es mit Ausatmungsventilen, was gerade für Fahrradfahrer und Brillenträger Sinn macht. Sollen Kinder Masken tragen, so ist die Passform ganz besonders wichtig.
Muss ich das Wasser meiner Dusche filtern?
Auch wenn das Shanghaier Wasser immer einmal wieder in die Schlagzeilen geraet, ist es doch sehr selten mit Bakterien belastet, da es stark gechlort wird. Das groesste Problem (neben dem Chlor) stellen eher Schwermetalle dar, die durch unsanierte Leitungen im eigenen Gebaeude in das Wasser gelangen. Solche Schwermetalle lassen sich auch mit normalen Duschfiltern schlecht herausbekommen. Wenn Babyhaut sensibel auf das hiesige Wasser reagiert (oder euch die Haare ausfallen), empfiehlt sich die Installation eines richtig guten Filters, z.B. von Aquasana oder Greenwave. Preislich liegt man damit bei um die 1000 RMB. Die Filter muessen alle drei bis sechs Monate ausgetauscht werden.
Welches Wasser nehme ich zur Zubereitung von Flaschennahrung?
Aufgrund des hohen Schwermetallgehalts sollte fuer Baby's Flasche kein Leitungswasser verwendet werden - auch nicht, wenn es abgekocht wurde. Eine bessere Alternative ist in Flaschen abgefuelltes Wasser, oder die Installation eines RO (Reverse Osmosis)-Filters am Wasserhahn. Bei Mineralwasser solltest du auf die Salzgehalte achten. Vorgegeben für das Label "für Säuglingsnahrung geeignet" in Deutschland sind
Natriumgehalt unter 20 Milligramm pro Liter
Nitratgehalt unter 10 Milligramm pro Liter
Nitritgehalt unter 0,02.
Du kannst auch das normale "Distilled water" nehmen, wobei sich hier immer noch hartnäckig Erzählungen halten, dass es dem Körper auf Dauer wichtige eigene Stoffe entzieht. Genauso sicher ist abgefuelltes "purified water" - durch RO, Ozon und / oder destilliertes Wasser.
Womit wasche und koche ich mein Obst und Gemuese?
Ich persoenlich wasche mein Obst und Gemuese mit Leitungswasser und trockne es dann ab. Ein RO-Filter waere sicher die sauberere Loesung. Spezielles Waschgel fuer Lebensmittel gibt es im Supermarkt, hilft jedoch auch nicht gegen die Schwermetalle (eher gegen Pestizide auf den Lebensmitteln selbst). Zum Kochen benutze ich zumeist Flaschenwasser, das ich in 5l-Kanistern kaufe.
Wasserflaschen oder Wasserspender?
Wasserspender sind ungemein praktisch und gehoeren oft zur Grundausstattung von Wohnungen. Hier gilt jedoch zu beachten, dass so ein Spender bei unsachgemaesser Pflege eine Bakterienschleuder ohne Gleichen ist. Die Leitungen im Inneren schaffen genau das warm-feuchte Klima, das Bazillenwachstum beguenstigt. Die Reinigung ist nicht ganz unaufwendig. Ein Kompromiss sind Porzellantoepfe mit Ausgusshahn, die man mit 20l-Flaschen nutzen kann, jedoch das Wasser nicht kuehlen oder erhitzen.
Bei den Wasserflaschen ist die Auswahl gross. Praktisch und noch tragbar sind 5l-Kanister. Je groesser der Behaelter, desto groesser ist jedoch auch das Risiko, dass er mehrfach recycelt wurde und es dabei Verunreinigungen gab.
Sollte ich mir einen Sterilisator zulegen?
Wenn ein Baby nicht gestillt wird oder einen hohen Nuckelverbrauch hat, lohnt sich ein Sterilisator, da sich Chlor und Schwermetalle schlecht von Hand abwaschen lassen. Ihr findet die Geraete oft in den Kleinanzeigen.
... und auch hier noch Tipps von Wessling, die uebrigens auch euer Wasser testen koennen:
Wasser-Berichte die monatlich und halbjährig durchgeführt werden, sind online abrufbar (www.shanghaiwater.cn). Die wesentlichen Parameter werden nach Wasserbehandlung regelmäßig geprüft.
Bei den Gallonen solltet Ihr nicht auf unbekannte Anbieter vertrauen, sondern direkt bei der Hotline von Nestle oder Coca Cola das Wasser bestellen.
Wenn Du eine Prüfung Deines Leitungswassers oder der Gallonen haben möchtest, kann Du es in einem Labor prüfen lassen. Alle Schwermetalle und Schadstoofe prüfen zu lassen kostet zwischen 10T und 20T RMB, daher ist eine Auswahl angebracht, die dann bei ca 4000 RMB liegt. Die Probenahme dafür kannst Du selbst durchführen, den Leitfaden für die Probenahme findest Du hier!
Stellt die Innenraumluft ein Risiko für meine Familie dar?
Dies ist abhängig von dem Zustand der Wohnung aber generell können sich Schadstoffe in Baumaterialien, Möbeln, Teppiche, Textilien, Haushaltsreinigern und vielem mehr verstecken. Besonders nach einer Renovierung oder Anschaffung neuer Möbelstücke können Beschwerden auftreten, die sich durch Hautausschlag, Übelkeit, Kopfschmerzen, Allergien etc bemerkbar machen. Stoffe wie Toluol, Benzol und Formaldehyd sind häufig die Ursache von diesen Beschwerden. In der EU ist die Verwendung der Bestandteile wie Toluol und Benzol in Klebstoffen und Farben verboten, jedoch sind diese Stoffe in China häufig im Einsatz. Bei Formaldehyd wird der von der WHO empfohlene Grenzwert in Innenräumen häufig überschritten. Langfristig sind diese karzinogen. Gerade Kinder die sich viel in Innenräumen aufhalten, sind einer etwas doppelt so hohen inhalativen Dosis von Luftschadstoffen ausgesetzt wie Erwachsene, da bei ihnen das Verhältnis von Atemminutenvolumen zu Körpergewicht entsprechend höher liegt. Daher solltest Du wenn Du Geruchsauffälligkeiten feststellt, versuchen die Quelle ausfindig zu machen und diese restlos und fachmännisch zu entsorgen.
Wenn Du keine Auffälligkeiten oder Beschwerden zu Hause hast, trotzdem Nummer sicher gehen willst, kannst Du durch Experten eine Raumluftmessungen durchführen lassen, um Gewissheit zu bekommen. Es gibt unterschiedliche Parameter auf die die Luft oder auch Materialien untersucht werden können: Formaldehyde, TVOC (Toluol enthalten), SVOC (über 170 verschiedene Stoffe), Benzol, Asbest, sowie z.B. die Klimaanlagen auf Hygiene oder Staubmilben und Schimmel.
Wichtig ist jedenfalls, dass zu Hause einen regelmäßiger Luftaustausch stattfindet. Am besten ist es alle 2-4 Stunden 10 minütiges Stoß Lüften. Gerade für kleine Kinder ist Sauerstoff besonders wichtig, aber auch Erwachsene. Nach dem Lüften solltest Du den Raumluftreiniger für 2 Stunden auf höchster Stufe laufen lassen, dass reicht bis zum nächsten Stoß Lüften aus.
Es kann auch vorkommen, dass Du erst im Sommer Geruchsbeschwerden in einem Raum entwickelst, das liegt an der hohen Luftfeuchte und den hohen Temperaturen in Shanghai, denn Schadstoffe entgasen bei Feuchtigkeit und Wärme vermehrt aus. Daher im Sommer unbedingt noch regelmäßiger Lüften und mindestens 1 mal im Monat die Klimaanlagen reinigen.
Hausstaubmilben entwickeln sich hervorragend unter Feuchtigkeitsbedingungen ab 60-70% und dies führt zu Belastungen besonders von Allergikern. Dabei ist nicht die Milbe an sich allergieauslösend, sondern ihr Kot der sich mit Staub und Pilzen vermischt. Am besten bringt Ihr euch die Matratzen- und Bett- Schutzbezüge für Allergiker aus Deutschland mit, denn in China werden die Bettdecken traditionell bei Sonne rausgehängt, da Milben lichtempfindlich sind.
... und noch ein paar Empfehlungen von mir:
Brauche ich einen Luftfilter?
Generell ist die Luft in Shanghai durch die Lage am Meer deutlich besser als in anderen asiatischen Grossstaedten. Trotzdem steht auch hier an vielen Tagen die Luft, und die Messwerte* liegen jenseits der 200. Gerade der Winter ist besonders schadstoffreich. Bei kurzfristiger Belastung ist das kein grosses Problem, da Innenluft nur nach und nach ausgetauscht wird. Da es aber auch mal zu laengeren Schlechtluftperioden kommen kann, entscheiden sich die meisten Familien mit Saeuglingen und / oder Vorbelastung anderer Familienmitglieder zumindest fuer einen Filter im Schlafzimmer. Die Villencompounds ausserhalb der Stadt sind meist nicht weniger belastet als die Innenstadt, da sie naeher an Industriegebieten liegen.
Nachdem ich selbst die Filter meines Luftfilters zum ersten Mal nach sechs Monaten gewechselt hatte, konnte ich feststellen, dass sich darin in der kurzen Zeit ueber 1,5kg Staub angesammelt hatten. Da bin ich ganz froh, dass das nicht in unseren Lungen gelandet ist. Viele kleine Kinder leiden in Shanghai an ungewoehnlich langwierigen Atemwegserkrankungen.
Empfehlenswert sind sogenannte HEPA-Filter. Sie filtern auch kleinste Partikel aus der Luft und sind je nach Modell ziemlich geräuscharm. Beim Einkauf sollte man besonders darauf achten, fuer wie viele Quadratmeter Flaeche ein Geraet konzipiert wurde, und was die Austauschfilter kosten. Auch in den Kleinanzeigen finden sich haeufig Luftfilter. Die Preise liegen zwischen 3000 und 8000 RMB, in Zeiten sehr schlechter Luft bis zu 14.000 RMB. Die gaengisten Marken sind IQAir, BlueAir, Air-O-Swiss und AlenAir. Rein theoretisch reicht es völlig aus, so viel Innenluft wie möglich durch einen HEPA-Austauschfilter zu jagen. Wenn ihr nicht so viel Geld ausgeben wollt oder könnt, ist daher vielleicht die Idee von Smart Air Filters eine gute und günstige Alternative!
Falls ihr die Geräte online kauft, werden euch große Preisdifferenzen auffallen. Der Teufel steckt im Detail! Die besonders günstigen Maschinen sind meist entweder Direktimporte (d.h. wochenlange Lieferzeit), vom US-Markt (d.h. ihr braucht zusätzliche Voltage-Adapter) oder Kopien. Auch bei den Filtern selbst gibt es oft mehrere Varianten (z.B. Zigarettenrauchfilter und Smogfilter).
Übrigens lohnt es sich auf jeden Fall zu fragen, ob die Kita / Schule der Kinder auch HEPA-Filter einsetzt bzw was deren Smog-Policy ist!
Sollte ich bei schlechter Luft aus dem Haus gehen, wenn ich schwanger oder mit Baby unterwegs bin?
Die meisten internationalen Kindergaerten und Schulen lassen die Kinder bei Werten jenseits der 150 nicht mehr raus. Spaetestens bei 200 sollte man den Aufenthalt an der "frischen" Luft deutlich begrenzen.
(*Kleiner Exkurs zu den Messwerten: Hier werden oft zwei Zahlen durcheinander geworfen. Die Werte der US-Botschaft sowie der Stadt Shanghai sind AQI-Werte, die nicht ausschließlich die Konzentration von PM2.5-Partikeln widergeben. Diese Konzentration (in Mikrogramm pro Kubikmeter) wird meist als zweiter Wert darunter angegeben. Ein AQI von 75 bspw. entspricht einer PM2.5-Konzentration von 24.0 µg/m³ und liegt damit bereits über dem von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen langfristigen Wert von 20.0 µg/m³. China selbst definiert Werte von über 75.0 µg/m³ als langfristig schädlich.)
Brauchen ich oder meine Kinder eine Maske?
Wenn wie im Winter mehrere Wochen am Stück dicke Luft ist, lässt sich irgendwann der ein oder andere Weg nicht mehr vermeiden. Generell sollte hierbei natürlich jegliche sportliche Betätigung vermieden werden. Wem jedoch auch der Weg zur Schule / Kita zu riskant ist, oder wessen Kinder bereits Atemwegserkrankungen haben, für den ist eine Maske durchaus empfehlenswert. Die gängigen Modelle filtern zwischen 95% und 99% der PM2.5-Partikel. Es gibt sie einmal als Wegwerfmodelle (von den simplen Krankenhausmasken bis zu den teureren 3M-Modellen), einmal als Stoffmasken, in die austauschbare Filter eingelegt werden (in jeder Apotheke erhältlich), und einmal als waschbare Mikrofasermasken (z.B. Vogmask). Letztere sind sehr teuer (bis zu 250 RMB), halten aber auch ein halbes Jahr und sitzen vergleichsweise gut. Einige Masken gibt es mit Ausatmungsventilen, was gerade für Fahrradfahrer und Brillenträger Sinn macht. Sollen Kinder Masken tragen, so ist die Passform ganz besonders wichtig.
Muss ich das Wasser meiner Dusche filtern?
Auch wenn das Shanghaier Wasser immer einmal wieder in die Schlagzeilen geraet, ist es doch sehr selten mit Bakterien belastet, da es stark gechlort wird. Das groesste Problem (neben dem Chlor) stellen eher Schwermetalle dar, die durch unsanierte Leitungen im eigenen Gebaeude in das Wasser gelangen. Solche Schwermetalle lassen sich auch mit normalen Duschfiltern schlecht herausbekommen. Wenn Babyhaut sensibel auf das hiesige Wasser reagiert (oder euch die Haare ausfallen), empfiehlt sich die Installation eines richtig guten Filters, z.B. von Aquasana oder Greenwave. Preislich liegt man damit bei um die 1000 RMB. Die Filter muessen alle drei bis sechs Monate ausgetauscht werden.
Welches Wasser nehme ich zur Zubereitung von Flaschennahrung?
Aufgrund des hohen Schwermetallgehalts sollte fuer Baby's Flasche kein Leitungswasser verwendet werden - auch nicht, wenn es abgekocht wurde. Eine bessere Alternative ist in Flaschen abgefuelltes Wasser, oder die Installation eines RO (Reverse Osmosis)-Filters am Wasserhahn. Bei Mineralwasser solltest du auf die Salzgehalte achten. Vorgegeben für das Label "für Säuglingsnahrung geeignet" in Deutschland sind
Natriumgehalt unter 20 Milligramm pro Liter
Nitratgehalt unter 10 Milligramm pro Liter
Nitritgehalt unter 0,02.
Du kannst auch das normale "Distilled water" nehmen, wobei sich hier immer noch hartnäckig Erzählungen halten, dass es dem Körper auf Dauer wichtige eigene Stoffe entzieht. Genauso sicher ist abgefuelltes "purified water" - durch RO, Ozon und / oder destilliertes Wasser.
Womit wasche und koche ich mein Obst und Gemuese?
Ich persoenlich wasche mein Obst und Gemuese mit Leitungswasser und trockne es dann ab. Ein RO-Filter waere sicher die sauberere Loesung. Spezielles Waschgel fuer Lebensmittel gibt es im Supermarkt, hilft jedoch auch nicht gegen die Schwermetalle (eher gegen Pestizide auf den Lebensmitteln selbst). Zum Kochen benutze ich zumeist Flaschenwasser, das ich in 5l-Kanistern kaufe.
Wasserflaschen oder Wasserspender?
Wasserspender sind ungemein praktisch und gehoeren oft zur Grundausstattung von Wohnungen. Hier gilt jedoch zu beachten, dass so ein Spender bei unsachgemaesser Pflege eine Bakterienschleuder ohne Gleichen ist. Die Leitungen im Inneren schaffen genau das warm-feuchte Klima, das Bazillenwachstum beguenstigt. Die Reinigung ist nicht ganz unaufwendig. Ein Kompromiss sind Porzellantoepfe mit Ausgusshahn, die man mit 20l-Flaschen nutzen kann, jedoch das Wasser nicht kuehlen oder erhitzen.
Bei den Wasserflaschen ist die Auswahl gross. Praktisch und noch tragbar sind 5l-Kanister. Je groesser der Behaelter, desto groesser ist jedoch auch das Risiko, dass er mehrfach recycelt wurde und es dabei Verunreinigungen gab.
Sollte ich mir einen Sterilisator zulegen?
Wenn ein Baby nicht gestillt wird oder einen hohen Nuckelverbrauch hat, lohnt sich ein Sterilisator, da sich Chlor und Schwermetalle schlecht von Hand abwaschen lassen. Ihr findet die Geraete oft in den Kleinanzeigen.
... und auch hier noch Tipps von Wessling, die uebrigens auch euer Wasser testen koennen:
Wasser-Berichte die monatlich und halbjährig durchgeführt werden, sind online abrufbar (www.shanghaiwater.cn). Die wesentlichen Parameter werden nach Wasserbehandlung regelmäßig geprüft.
Bei den Gallonen solltet Ihr nicht auf unbekannte Anbieter vertrauen, sondern direkt bei der Hotline von Nestle oder Coca Cola das Wasser bestellen.
Wenn Du eine Prüfung Deines Leitungswassers oder der Gallonen haben möchtest, kann Du es in einem Labor prüfen lassen. Alle Schwermetalle und Schadstoofe prüfen zu lassen kostet zwischen 10T und 20T RMB, daher ist eine Auswahl angebracht, die dann bei ca 4000 RMB liegt. Die Probenahme dafür kannst Du selbst durchführen, den Leitfaden für die Probenahme findest Du hier!